Ikigai – das, wofür es sich zu leben lohnt

Wie finde ich das Gefühl, etwas zu haben, für das es sich lohnt zu leben?

Zunächst einmal sollten wir uns bewusst werden, was der eigentliche Sinn in unserem Leben sein könnte. Einfach gesagt: Wozu sollte ich morgens aufstehen?

Einen, wie ich finde, inspirierenden Ansatz liefern hierbei die Bewohner einer japanischen Insel, die die Philosophie des Ikigai prägten. Damit meinen sie das Finden der eigenen Lebensquelle, welche tief in uns liegt und die jeder mit sich trägt. Einige suchen sie,  einige haben sie bereits gefunden und leben sie. Es ist ein überaus persönlicher Vorgang und das Resultat kann sehr individuell ausfallen. Die Menschen auf dieser Insel gehen glücklich ihren Tätigkeiten bis ins hohe Alter nach, oft über 100 Jahre hinaus.

Diese Menschen macht in der Tat etwas Besonderes aus, sie haben in dem, was sie tun, ein Gefühl gefunden, für das es sich lohnt zu leben. Für sie spielt es keine besondere Rolle, welchen sozialen Stellenwert ihre Tätigkeiten haben. Vielmehr geht es ihnen beim Ausüben ihrer Arbeit um die Erfahrung einer tiefen Verbundenheit sowie Begeisterung. Das Entdecken dieser Ressource führt sie zu Lebensfreude und Zufriedenheit, die sie gesund und glücklich alt werden lässt.

Daraus ergibt sich die Frage, wie wir unser eigenes Ikigai finden können. Auch wenn in der japanischen Kultur diskutiert wird, inwieweit man beim Finden des Ikigai unterstützen sollte, möchte ich jedoch in diesem Beitrag einige wenige Impulse teilen, die uns unserem Ikigai in Bezug auf unsere berufliche Orientierung näher bringen können.

Rückblickend könnten wir unsere Achtsamkeit darauf lenken, wann uns die besten Dinge passierten und welchen Gewinn wir jeweils daraus ziehen konnten.

Selbst betrachtend können wir uns im Hier und Jetzt fragen, worin wir gut sind, worin andere uns um Hilfe fragen würden. Was könnte es sein, was wir bis ans Ende unseres Lebens mit Liebe und Hingabe ausüben möchten?

  • Ich habe eine  Unterstützung zum Download vorbereitet, mit deren Hilfe wir uns intensiver mit unserem Ikigai beschäftigen können. Es geht darum aufzuschreiben, was wir genießen und lieben, also wie wir unsere Begeisterung und Hingabe finden.
  • Was braucht die Welt von mir, was möchten wir mit unserer Umwelt teilen?
  • Für was könnten wir bezahlt werden – gibt es Menschen, die diese Tätigkeit wertschätzen würden?
  • Worin sind wir wirklich gut, wo steckt unsere Neugier, welches sind unsere Eigenschaften und Talente?

Die Schnittmengen dieser Aspekte führen uns schließlich zum erwünschten Punkt, dem persönlichem Ikigai.

Veränderung geschieht, wenn jemand wird, was er ist, nicht wenn er versucht, etwas zu werden, das er nicht ist.“
(Arnold R. Beisser, amerik. Psychiater und Gestalttherapeut)

8 Kommentare
  1. Katia
    Katia says:

    Ist das Ikigai denn ein Gefühl oder eine Lebenseinstellung? Ist es veränderbar oder ist es eine Berufung, der man sein Leben widmet? Leider leben wir in einer leistungsorientierten Gesellschaft, welche persönliche Bedürfnisse und Gefühle blockiert. Daher halte ich die Methoden, welche Du anbietest, um Menschen dafür zu sensibilisieren, auch für besonders wertvoll und interessant. Wir können viel von anderen Kulturen und Traditionen lernen…

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  2. Andreas
    Andreas says:

    Mein Ikigai ist vielleicht nur indirekt zu beschreiben: es ist das Konglomerat von Gefühlen, das sich einstellt, wenn ich etwas gebe: Eine kleine Gabe, ein gutes Wort, Mitgefühl, ein Gebet, einen Kuss… ist das ein und dasselbe Gefühl? Vielleicht nicht, aber ich würde es so beschreiben: es fühlt sich warm an, integriert, verbunden, und es zaubert mir ein Lächeln aufs Gesicht. Im tibetischen Buddhismus sagt man, dass Freigibigkeit die eindeutig beste Art und Weise ist, egoistisch zu sein – durch nichts kehrt so viel Seelenfrieden zu dir zurück, wie durch den Akt des Gebens und Teilens (vom Guten Karma ganz zu schweigen 🙂
    Ich habe 1998 einmal auf einer Reise fast meine ganze restliche Reisekasse an einen tibetischen Flüchtling verschenkt der auf dem Weg nach Indien war… Jahre später bekam ich einen Brief. Er war einem anderen deutschen Touristen begegnet und hatte ihn gebeten mir zu schreiben. Seine Reise hatte einen unerwarteten Verlauf genommen, aber er hatte mich nicht vergessen, ich hatte ihm Mut gemacht. Ich werde meine Freude darüber nicht vergessen. Und deine Arbeit, Rafael, sie wird auch für viele sicher wie ein Geschenk empfunden werden! Dafür von Herzen viel Erfolg, mein Freund!

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  3. Llorens Alexandra
    Llorens Alexandra says:

    wake up to see life around, colors, smells, to feel my body. To be part of this activity.
    To play with my imagination and creativity.
    To feel that the energy of life runs into myself at all time. To experience what I haven’t experienced yet, everyday willing to offer surprises and new thoughts.

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  4. Nisha
    Nisha says:

    Ich finde diese Idee des Ikigai sehr schön. Ich denke es lohnt sich jeden morgen aufzustehen, wissend, dass wir alle Teil eines ganzen sind und nicht voneinander unabhängig existieren können. Denn alles scheint miteinander verbunden zu sein. In dieser Verbundenheit zu verweilen, sehe ich als eine essentielle Aufgabe. Es gibt nur dieses eine Leben und sei es drum, dass ich mich jeden morgen auf meine Tasse Kaffee freue.

    Seiner Berufung zu folgen ist sehr bereichernd für dieses Leben, auch wenn diese nicht sofort erscheint, mag auch vielleicht das Suchen eine Berufung sein.

    Ich wünsche Dir alles Gute für deine Arbeit und ich bin mir sicher, dass viele Menschen zu dir kommen werden.

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  5. Rafael Prentki
    Rafael Prentki says:

    Das Wort Ikigai setzt sich zusammen aus den japanischen Wörtern „Ikiru“, was Leben heißt und dem Wort „kai“, was soviel bedeutet wie „seine Sehnsüchte zu leben“.

    Es geht im Ikigai darum das Berufliche mit dem Privaten zu verbinden. Mit unserem Ikigai machen wir unsere Leidenschaft zum Beruf. Wir finden in ihm sowohl Einklang zwischen dem Inneren und dem Äußeren, als auch unsere Lebensquelle.

    Wir kennen alle den Satz, „ich muß Geld verdienen“. Dabei erleben wir nicht all zu selten Stress im Alltag und genießen dafür die übrig gebliebene Freizeit. Es gibt interessante Forschungsansätze, die darauf verweisen, dass Menschen auf Grund ihres Ikigais gesunder und länger leben. In Anbetracht der Tatsache, dass das Ikigai die eigene Seele nährt, wird das auch nachvollziehbar.

    Insofern kann es sich dabei um eine Berufung handeln, die eine gewisse Lebenshaltung voraussetzt. Und zwar die offen für seine Sehnsüchte und Leidenschaften zu sein, Mut zu haben ihnen zu folgen und Arbeit nicht primär mit Pflicht, Disziplin und Geld zu verbinden. Dahinter steht ein tiefes Gefühl, welches sich körperlich, mental und spirituell in der Glückseligkeit manifestieren kann.

    Das Prinzip des Ikigais dient hier als Gedankenanstoß. Folgen wir dem, können wir uns fragen, warum möchte ich eigentlich arbeiten? Sind die Gründe dafür verbunden mit unserem Inneren? Hilft es uns, unsere Seele weiter zu entwicklen und folgen wir damit unserer Berufung?

    Persönlich fühle ich mich nach und nach in mein Ikigai hinein, für das ich bereit war Vieles zu ändern. Das Nachgießen bleibt auch hier nicht aus) Damit wird es für mich transparenter sowie kontrastreicher. Ich stelle zwar nicht das Gefühl dahinter in Frage, vielmehr den Sinn selbst, der facettenreich und oft genug diffus erscheint. Der Vorgang der Suche bleibt für mich dynamisch und unterliegt weiterer Analysen und Prüfungen. Dabei versuche ich dem gegenüber offen zu bleiben, um eventuelle Änderungen vornehmen zu können. Wie so oft, ist allein die Suche nach dem Ikigai ein persönlicher, intensiver Prozess, in dem wir uns selbst erfahren und besser verstehen lernen.

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  6. Jimmory
    Jimmory says:

    In einer Welt die sich scheinbar immer schneller zu drehen schien warst du in den letzten 20 Jahren immer der Anker der mir geholfen meinen eigenen Rythmus zu finden. Ich bin dankbar für den Weg den du mir eröffnet hast, wissend das es den Einen gibt mit dem sich meine Wege immer kreuzen werden. Ich freue mich auf die kommenden 20 Jahre!

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    • Rafael Prentki
      Rafael Prentki says:

      Hi, das wurde Alles durch meine Web-Designerin gemacht, habe leider dazu nur wenig Informationen. WordPress wurde genutzt, da kann man zwischen den themes entscheiden. Viel Erfolg noch!

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